Die Kippa

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PeterK
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Re: Die Kippa

Beitragvon PeterK » Do 3. Mai 2018, 20:41

H2O hat geschrieben:(03 May 2018, 21:36)
Ich versuche wohl eher krampfhaft, mich auf die Seite des nüchternen Menschenverstands zu schlagen. Wenn ich den bei Herrn Schuster feststelle, dann bin ich sein Mann.

Vielleicht mögen Sie in dem Zusammenhang mal an das Benjamin Franklin zugeschriebene Zitat denken:
Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.
jellobiafra
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Re: Die Kippa

Beitragvon jellobiafra » Do 3. Mai 2018, 20:42

Man sollte aber auch das Positive nicht vergessen:

Lt. allen mir bekannten Langzeitstudien gehen antisemitische Einstellungen in Deutschland kontinuierlich zurück.

Immer mehr junge Israelis ziehen nach Berlin.

http://www.deutschlandfunk.de/juedisches-leben-heute-warum-es-junge-israelis-nach-berlin.2897.de.html?dram:article_id=387149
https://www.berliner-zeitung.de/kultur/film/doku--zurueck-ins-vaterland--israelis-ziehen-in-die-heimat-ihrer-grosseltern-28771680

Die Artikel sind aus 2017 - also jetzt auch nicht komplett veraltet.
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H2O
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Re: Die Kippa

Beitragvon H2O » Do 3. Mai 2018, 20:47

PeterK hat geschrieben:(03 May 2018, 21:41)

Vielleicht mögen Sie in dem Zusammenhang mal an das Benjamin Franklin zugeschriebene Zitat denken:


Dann ist Herr Benjamin Franklin ein Held des Alltags, und ich ein Meister im Durchwursteln. Warum hat der bloß den Blitzableiter erfunden? Ein richtiges Haus trotzt jedem Gewitter. :)
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Re: Die Kippa

Beitragvon Misterfritz » Do 3. Mai 2018, 20:49

Vongole hat geschrieben:(03 May 2018, 16:36)

Sie meinen also, 73 Jahre wären immer noch nicht genug, unsere Werte deutschen Bürgern zu vermitteln?
Das ist das eigentlich Erschreckende.
Und ich befürchte, je weiter der Holocaust in die Vergangenheit rückt, desto offener wird Antisemitismus gezeigt.
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Re: Die Kippa

Beitragvon PeterK » Do 3. Mai 2018, 20:50

H2O hat geschrieben:(03 May 2018, 21:47)
Dann ist Herr Benjamin Franklin ein Held des Alltags, und ich ein Meister im Durchwursteln.

Ich denke, er hat recht, obwohl mir das "deserve" in dem Zitat nicht gefällt. Also: Ein jeder möge auf dem Kopf tragen, was er will. Und wer sich dadurch belästigt fühlt, möge das bitte in seinem stillen Kämmerlein ausleben.
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Senexx
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Re: Die Kippa

Beitragvon Senexx » Do 3. Mai 2018, 20:57

PeterK hat geschrieben:(03 May 2018, 21:50)Und wer sich dadurch belästigt fühlt, möge das bitte in seinem stillen Kämmerlein ausleben.

Wir haben Meinungsfreiheit. Das ist ein Grundrecht, zu Ihrer Erinnerung.
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
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Re: Die Kippa

Beitragvon van Kessel » Do 3. Mai 2018, 21:07

"Liegestuhl"
Den Schleier trägt man aus religiösen Gründen. Die Kippa nicht.
beleidige nicht meine Intelligenz. Wenn ich meinem Gott vor die Augen trete und mein Haupt bedecke, ist es ja wohl kaum, weil ER spuckt, oder?
Der Papst trägt ebenfalls eine solche Kopfbedeckung und sicher nicht wegen der Tauben beim Petersplatz in Rom.

Im Christentum gibt es ein schönes Wort: 'gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist; und Gott was Gottes ist'. D.h., dass man sein spirituelles Leben vom öffentlichen Leben trennen sollte, um Frieden in der Welt zu haben.

aus wikipedia: Die Kippa (auch: Kippah, hebräisch כִּפָּה / Plural Kippot, jiddisch יאַרמלקע yarm[u]lke oder קאפל kappl) oder seltener Jarmulke (aus dem Slawischen) ist eine vornehmlich in Ausübung der Religion gebräuchliche Kopfbedeckung männlicher Juden.
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Re: Die Kippa

Beitragvon PeterK » Do 3. Mai 2018, 21:13

Senexx hat geschrieben:(03 May 2018, 21:57)
Wir haben Meinungsfreiheit. Das ist ein Grundrecht, zu Ihrer Erinnerung.

Korrekt. Es gibt sogar ein Grundrecht darauf, Teile seiner Lebenszeit darauf zu verschwenden, sich von Kippot oder HSV-Schals belästigt zu fühlen und das auch noch öffentlich kundzutun.
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Re: Die Kippa

Beitragvon H2O » Do 3. Mai 2018, 21:58

PeterK hat geschrieben:(03 May 2018, 21:50)

Ich denke, er hat recht, obwohl mir das "deserve" in dem Zitat nicht gefällt. Also: Ein jeder möge auf dem Kopf tragen, was er will. Und wer sich dadurch belästigt fühlt, möge das bitte in seinem stillen Kämmerlein ausleben.


Genau das meine ich auch. Aber, wenn die öffentliche Sicherheit das nicht dauerhaft und verläßlich leisten kann, dann wird es öfter als nur gelegentliche Diskussionen in Meinungsforen geben. Mir tun die kippatragenden Kinder in diesem Spiel wirklich leid. Aber vielleicht hat der Teilnehmer Liegestuhl ja maßlos übertrieben, und alle Aufregung hier wäre sinnlos gewesen!
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Re: Die Kippa

Beitragvon PeterK » Do 3. Mai 2018, 22:05

H2O hat geschrieben:(03 May 2018, 22:58)
Mir tun die kippatragenden Kinder in diesem Spiel wirklich leid. Aber vielleicht hat der Teilnehmer Liegestuhl ja maßlos übertrieben, und alle Aufregung hier wäre sinnlos gewesen!

1. Das ist kein "Spiel".
2. Ich habe nicht jeden "Beitrag" in diesem Thread gelesen. Welchen Post @Liegestuhls meinen Sie?
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Re: Die Kippa

Beitragvon H2O » Do 3. Mai 2018, 22:18

PeterK hat geschrieben:(03 May 2018, 23:05)

1. Das ist kein "Spiel".
2. Ich habe nicht jeden "Beitrag" in diesem Thread gelesen. Welchen Post @Liegestuhls meinen Sie?


Diesen Beitrag meinte ich immer wieder.
viewtopic.php?f=21&t=65967&start=160#p4195133
Ich halte ihn sachlich für zutreffend, wenn auch sehr bedrückend.

Und deshalb sage ich auch "Spiel", weil ich meine Kinder jedenfalls keiner vermeidbaren Gefahr aussetzen würde.
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Re: Die Kippa

Beitragvon Vongole » Do 3. Mai 2018, 23:16

H2O hat geschrieben:(03 May 2018, 23:18)

Diesen Beitrag meinte ich immer wieder.
viewtopic.php?f=21&t=65967&start=160#p4195133
Ich halte ihn sachlich für zutreffend, wenn auch sehr bedrückend.

Und deshalb sage ich auch "Spiel", weil ich meine Kinder jedenfalls keiner vermeidbaren Gefahr aussetzen würde.


Aus dem Artikel der jüdischen Allgemeinen, den Chajim eingestellt hat:

Stattdessen leben wir in beständiger Vorsicht. Den Anhänger mit Davidstern verstecken wir sicherheitshalber, wenn wir U-Bahn fahren. Unseren Kindern muten wir lieber einen halbstündigen Schulweg zu, als sie in die Bildungseinrichtung nebenan mit 70 Prozent Migrantenanteil zu schicken. Am Arbeitsplatz halten wir uns bedeckt, um aggressive Diskussionen über Gaza, Beschneidung, die Macht der Rothschilds oder was gerade sonst so auf der Tagesordnung steht, zu vermeiden. Lebensqualität sieht anders aus.


Stellen Sie sich das so vor, wenn man Kinder keiner vermeidbaren Gefahr aussetzt?
Warum, zum Teufel, sollen sich jüdische Kinder, jüdische Bürger verstellen und verstecken, anstatt dass wir etwas ändern, an uns, unserer Gesellschaft, damit sie eben das nicht tun müssen?
Was für eine kranke Gesellschaft ist das, die schon wieder den Juden die Schuld daran gibt, wenn sie beleidigt, attackiert, ausgegrenzt und bedroht werden?
Wie arm und ignorant sind wir, dass wir darüber tatsächlich noch diskutieren müssen?
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Re: Die Kippa

Beitragvon Tom Bombadil » Do 3. Mai 2018, 23:52

Vongole hat geschrieben:(04 May 2018, 00:16)

Stellen Sie sich das so vor, wenn man Kinder keiner vermeidbaren Gefahr aussetzt?

Man sollte H20 nicht zu sehr bedrängen, er meint es nicht böse. Die Gefahr für Juden in Deutschland ist nunmal leider - zusätzlich zu allen anderen Lebensgefahren - vorhanden und da sollte eine persönliche Strategie zur Risikominimierung kein so schlechter Ratschlag sein. Selbstverständlich ist das keine Lösung des Antisemitismusproblems und dabei darf man es auch nicht bewenden lassen, sondern es muss immer und immer wieder demonstriert werden, dass Rassismus im Allgemeinen und Antisemitismus im Speziellen in unserer Gesellschaft keinen Platz hat.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Die Kippa

Beitragvon Zunder » Fr 4. Mai 2018, 00:22

H2O hat geschrieben:(03 May 2018, 23:18)

Diesen Beitrag meinte ich immer wieder.
viewtopic.php?f=21&t=65967&start=160#p4195133
Ich halte ihn sachlich für zutreffend, wenn auch sehr bedrückend.

Und deshalb sage ich auch "Spiel", weil ich meine Kinder jedenfalls keiner vermeidbaren Gefahr aussetzen würde.

In diesem Beitrag kommt die Kippa überhaupt nicht vor.
Jüdische Kinder werden nicht gemobbt, weil sie die Kippa tragen, sondern weil sie Juden sind.

Was passiert eigentlich, wenn kopftuchtragende Muslimas von Nazis attackiert werden?
Müssen diese Frauen sich dann auch verstecken?
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Re: Die Kippa

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 4. Mai 2018, 07:33

Vongole hat geschrieben:(04 May 2018, 00:16)
Warum, zum Teufel, sollen sich jüdische Kinder, jüdische Bürger verstellen und verstecken, anstatt dass wir etwas ändern, an uns, unserer Gesellschaft, damit sie eben das nicht tun müssen?

Die Bemühungen, die Gesellschaft zu reparieren, sind offenbar bisher nicht erfolgreich genug. Der User glaubt aber, dass es voran gehen kann. Deshalb schlägt der User diese schweren Zumutungen vorübergehend vor, nicht weil er das gern so lassen würde. Ich frage mich, ob man diese Gesellschaft überhaupt reparieren kann, ob eine hinreichende Mehrheit das überhaupt will, versucht, wichtig findet oder ob nicht vielmehr die Tendenz in die andere Richtung läuft.

Was für eine kranke Gesellschaft ist das, die schon wieder den Juden die Schuld daran gibt, wenn sie beleidigt, attackiert, ausgegrenzt und bedroht werden?

So wie ich ihn verstehe, tut er das nicht. Er sieht die Schuld klar bei den Tätern. Er macht einfach die Güterabwägung, sich Freiheiten selbst zu verbieten um eine mögliche Gefahr zu minimieren. Natürlich furchtbar, dass man über sowas nachdenken muss. Ich finde es nachvollziehbar, dass man diese Dinge überlegt, so wie die Fakten sind. Aber wie man sich entscheidet, ist jedem selbst überlassen. Du nennst es krank, ich nenne es kaputt. Diese Gesellschaft ist von der Mitte bis zu den Rändern indifferent bis aktiv fördernd, was Antisemitismus angeht. Vielleicht nicht so sehr wie in Südamerika, ganz sicher nicht so wie in manchen arabischen Ländern. Es ist trotzdem belastend. Natürlich nützt es keinem Opfer, aber wir wissen, dass ähnliche, verwandte Feindseligkeiten hier auch noch bestehen. NPD, AfD, das sind nur die Spitzen. Das meiste vom Eisberg sieht man gar nicht so sehr.
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Re: Die Kippa

Beitragvon H2O » Fr 4. Mai 2018, 08:19

Vongole hat geschrieben:(04 May 2018, 00:16)

Aus dem Artikel der jüdischen Allgemeinen, den Chajim eingestellt hat:



Stellen Sie sich das so vor, wenn man Kinder keiner vermeidbaren Gefahr aussetzt?
Warum, zum Teufel, sollen sich jüdische Kinder, jüdische Bürger verstellen und verstecken, anstatt dass wir etwas ändern, an uns, unserer Gesellschaft, damit sie eben das nicht tun müssen?
Was für eine kranke Gesellschaft ist das, die schon wieder den Juden die Schuld daran gibt, wenn sie beleidigt, attackiert, ausgegrenzt und bedroht werden?
Wie arm und ignorant sind wir, dass wir darüber tatsächlich noch diskutieren müssen?


Immer wieder diese einseitige Jammerei! Wie oft muß man noch sagen, daß man vernünftigerweise erkannte Gefahren meiden sollte. Eine solche Lage ist für niemanden erfreulich, das ist doch wohl klar. Und darüber diskutiere ich auch gar nicht! Das Verhalten, das sich vorsichtige Juden hier auferlegt haben, spiegelt nur klare Vernunft und das Bestreben, sich keinen Nachstellungen aus zu setzen.

Was fehlt, das ist der Hinweis, wie dieser Wahnsinn abgebaut werden kann. Und da fällt mir neben empfindlichen Bestrafungen überführter Strolche nur erstens immer wieder Öffentlichkeit ein, daß sich hier bösartige Rassisten mit heimtückischer Gewalt an Schwächeren vergreifen (an Schulkindern!), und als zweiter notwendiger Schritt eben die Vermittlung unserer deutschen Werte von Toleranz und dem Recht aller Menschen auf ein unbelästigtes Leben in unserer Gesellschaft... auch mit Blick auf Unheil und industrialisierten Massenmord in deutschem Namen und in deutscher Verantwortung. Diese Werte müssen in sämtlichen Bildungsstätten und Bildungsgängen immer wieder erklärt werden.

Wenn Ihnen weitere Schritte einfallen sollten, wie das Übel zu verringern sein könnte: Immer her damit! Jammern allein bringt niemanden weiter; das löst keine Probleme dieser Art.
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Re: Die Kippa

Beitragvon H2O » Fr 4. Mai 2018, 08:39

Zunder hat geschrieben:(04 May 2018, 01:22)

In diesem Beitrag kommt die Kippa überhaupt nicht vor.
Jüdische Kinder werden nicht gemobbt, weil sie die Kippa tragen, sondern weil sie Juden sind.

Was passiert eigentlich, wenn kopftuchtragende Muslimas von Nazis attackiert werden?
Müssen diese Frauen sich dann auch verstecken?


Diesen Beitrag halte ich nun für sehr oberflächlich. Denn selbstverständlich hatte ich den Teilnehmer Liegestuhl gefragt, woran man denn jüdische Kinder erkennen könne: Antwort "an der Kippa". Diesen Beitrag finden Sie wenige Beiträge nach diesem Beitrag Liegestuhls.
viewtopic.php?f=21&t=65967&start=180#p4195188
Und meine Antwort darauf dann hier:
viewtopic.php?f=21&t=65967&start=180#p4195214

Natürlich kann man jeden Beitrag aufspießen, der sich in einer Diskussion ergibt, weil er von Natur aus keine vollständige Abhandlung sein kann.

Sehen Sie, sogar andere Nachstellungen ausgesetzte Menschen hatte ich da schon im Blick, nach denen Sie hier fragen.

Das verflixte Kopftuch darf also nicht fehlen. Wenn es eine Gefahr herauf beschwört, dann läßt man es einfach weg. Viele Millionen Moslems können Ihrem Gott gefallen ohne Kopftuch, und dann muß das auch bei vorhandener Gefährdung gehen.

Ansonsten gelten die Ausführungen, mit denen ich gerade eben noch auf den Kummer der Teilnehmerin Vongole Abhilfen auf lange Sicht beschrieben habe. Um auch das zu wiederholen: Das kann nur ein Langzeitprogramm sein... ich rechne mit 50 Jahren, bis hier jeder seine Zugehörigkeit zu einer Minderheit offen und ungefährdet zeigen kann. Bis dahin helfen Überwachungen öffentlicher Räume mit Videoanlagen, damit Täter nach Übergriffigkeiten auch erkannt und verfolgt werden können. Aber einen magischen Schalter zum Abstellen dieses Übels kenne ich nicht.
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Re: Die Kippa

Beitragvon ThorsHamar » Fr 4. Mai 2018, 09:17

PeterK hat geschrieben:(03 May 2018, 18:22)

Obwohl ich befürchtete, dass Du so "denkst", hoffte ich doch, dass dem nicht so sei. Wie kommst Du darauf, dass (um beim Thema zu bleiben) eine öffentlich getragene Kopfbedeckung "die Anderen" ausschließe? Fühlst Du Dich dadurch "ausgeschlossen"? Und falls ja: Wovon?


Nicht immer alles durcheinander quirlen ...
Es geht nicht um "öffentlich getragene Kopfbedeckung ", also z.B. 'ne Mütze, sondern es geht um öffentlich getragene Symbole, also Kommunikationsmittel, mit denen man Anderen etwas mitteilt und somit von denen implizit eine Reaktion, eine Positionierung erwartet.
Solange das hier abgetan wird, ist eine Diskussion ja sinnlos.
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Re: Die Kippa

Beitragvon PeterK » Fr 4. Mai 2018, 09:44

ThorsHamar hat geschrieben:(04 May 2018, 10:17)

Nicht immer alles durcheinander quirlen ...
Es geht nicht um "öffentlich getragene Kopfbedeckung ", also z.B. 'ne Mütze, sondern es geht um öffentlich getragene Symbole, also Kommunikationsmittel, mit denen man Anderen etwas mitteilt und somit von denen implizit eine Reaktion, eine Positionierung erwartet.
Solange das hier abgetan wird, ist eine Diskussion ja sinnlos.

Gut, dann formuliere ich die Frage anders: Wie kommst Du darauf, dass (um beim Thema zu bleiben) ein öffentlich getragenes Symbol wie die Kippa "die Anderen" ausschließe? Fühlst Du Dich dadurch "ausgeschlossen"? Und falls ja: Wovon?
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Re: Die Kippa

Beitragvon Bleibtreu » Fr 4. Mai 2018, 09:50

H2O hat geschrieben:(04 May 2018, 09:39)

Diesen Beitrag halte ich nun für sehr oberflächlich. Denn selbstverständlich hatte ich den Teilnehmer Liegestuhl gefragt, woran man denn jüdische Kinder erkennen könne: Antwort "an der Kippa". Diesen Beitrag finden Sie wenige Beiträge nach diesem Beitrag Liegestuhls.
viewtopic.php?f=21&t=65967&start=180#p4195188
Und meine Antwort darauf dann hier:
viewtopic.php?f=21&t=65967&start=180#p4195214

Natürlich kann man jeden Beitrag aufspießen, der sich in einer Diskussion ergibt, weil er von Natur aus keine vollständige Abhandlung sein kann. [...]


Ich hatte dich Gestern schon darueber informiert, wie es sich mit juedischen Kindern verhaelt

Es ist schon dann einzuschreiten, wenn ein Jude verbal angegangen wird, NICHT erst nach einer Taetlichkeit! Wie den bekannten Faellen zu entnehmen ist, wurden juedische Kinder in der Schule ab dem Moment angegangen, als zB beim Thema Religion klar wurde, dass sie Juden sind [welche G'ttesHaeuser kennt ihr?]

Bei keinem der Faelle, wo juedische Kinder wegen ihres JuedischSeins wie zB in der Schule angegriffen wurden, trugen diese eine Kippa. Was soll also das staendige Gefasel von den armen jued. Kindern, die Kippa tragen muessen und deswegen gemobbt werden und ihren fahrlaessigen Eltern? Ein reines FantasieProdukt von dir! :rolleyes: Ich halte nichts davon, dass wir unsere Kinder zum Luegen + Verstecken erziehen. Dass sie auf jedes Wort achten und auf der Hut sein muessen, damit auch ja niemand merkt, dass sie Juden sind, weil sie sonst attackiert werden!

als Teil einer Antwort auf diesen Beitrag von dir:

H2O hat geschrieben:(03 May 2018, 10:09)

Den Aggressor können Sie erst nach einer Tätlichkeit belangen. Jüdische Kinder erkennt man aber gleich durch eine Kippa. Den Eltern dieser Kinder ist offenbar nicht zu helfen; die wollen leicht vermeidbare Übergriffe herbei führen. Ich halte es keineswegs für "Appeasement", wenn man sich in zumutbarer Weise insgesamt unauffällig verhält. Ich halte das für eine ganz nomale Vorsichtsmaßnahme, so wie eine geschlossene Haustür gegen Einbrecher.

Mein Mitgefühl ist da eher mit Behinderten und Menschen mit dunkler Hautfarbe, die sich mit so einfachen Schutzmaßnahmen nicht unauffällig machen können. Auch die sind Zielscheibe für Strolche.
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