Als Pazifist im Kriegsfall

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Re: Als Pazifist im Kriegsfall

Beitragvon H2O » Mi 1. Aug 2018, 20:53

zollagent hat geschrieben:(01 Aug 2018, 20:54)

Steht schon in der Bibel, "ein jegliches hat seine Zeit". Auch die Waffen. Sich nur abschlachten lassen ist widersinnig.


Ist nun alles so gelaufen. Aber das Abschlachten ... gab es das auf Befehl Heydrichs? Ich nehme an, daß er Germanisierungsträumen nach hing. Man darf in der Denkweise jener Zeit nicht vergessen, daß es böhmische Kaiser des HRR gab, die Tschechen also seit "ewigen Zeiten" im Reich lebten.

Ganz anders als in Polen. da gab es sehr weit gehende Ausrottungspläne... sehr ausführlich beschrieben von Ralph Giordano in "Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte".
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Re: Als Pazifist im Kriegsfall

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 1. Aug 2018, 21:01

zollagent hat geschrieben:(01 Aug 2018, 20:54)

Steht schon in der Bibel, "ein jegliches hat seine Zeit". Auch die Waffen. Sich nur abschlachten lassen ist widersinnig.


Ich hab kein Problem mit Widerstand. Auch nicht mit Gewaltanwendung.

Mir ging es um den Begriff Pazifismus im Kontext von Gewalt in der Durchsetzung.
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Re: Als Pazifist im Kriegsfall

Beitragvon zollagent » Do 2. Aug 2018, 08:59

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 Aug 2018, 22:01)

Ich hab kein Problem mit Widerstand. Auch nicht mit Gewaltanwendung.

Mir ging es um den Begriff Pazifismus im Kontext von Gewalt in der Durchsetzung.

Wenn dir Kugeln um die Ohren fliegen, verfliegt er sehr schnell, der Pazifismus.
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Re: Als Pazifist im Kriegsfall

Beitragvon zollagent » Do 2. Aug 2018, 09:00

H2O hat geschrieben:(01 Aug 2018, 21:53)

Ist nun alles so gelaufen. Aber das Abschlachten ... gab es das auf Befehl Heydrichs? Ich nehme an, daß er Germanisierungsträumen nach hing. Man darf in der Denkweise jener Zeit nicht vergessen, daß es böhmische Kaiser des HRR gab, die Tschechen also seit "ewigen Zeiten" im Reich lebten.

Ganz anders als in Polen. da gab es sehr weit gehende Ausrottungspläne... sehr ausführlich beschrieben von Ralph Giordano in "Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte".

Für seine Germanisierungspläne ging er nun mal über Leichen. Und da war es ihm egal, ob Tschechen, Slowaken oder Deutsche.
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Re: Als Pazifist im Kriegsfall

Beitragvon King Kong 2006 » Do 2. Aug 2018, 09:23

zollagent hat geschrieben:(02 Aug 2018, 09:59)

Wenn dir Kugeln um die Ohren fliegen, verfliegt er sehr schnell, der Pazifismus.


Wie gesagt, ich bin kein Pazifist. :D

Wer das aber sein will? Es gibt Menschen, die sich dafür halten und dafür in den Tod gehen. Wie die Gebrüder Scholl, gewaltfreier Widerstand (Vater war Pazifist) oder (der historische) Jesus. Gandhi oder Mandela wären sicher auch dafür bereit gewesen.

RAF Mitglieder, Rechtsterroristen, IRA oder auch IS, halten sich auch für Widerstandskämpfer. Sind aber keine Pazifisten. Ich halte auch die tschechischen Widerstandskämpfer, militärisch von brit. SOE ausgebildet, die Heydrich töteten, nicht für Pazifisten. Dabei geht es mir wie gesagt nicht darum, was gerecht oder sinnvoll ist. Der Threadtitel beinhaltet ja "Pazifist". Und in diesem Kontext halte ich Gewalt (es gibt allerdings neben der physischen auch die psychische Gewalt, die meine ich weniger) für nicht angebracht. Das schliesst sich aus.

Die Flugblätter der Weissen Rose oder Taktiken von Gandhi (z.B. der Salzmarsch) haben die Herrschenden Nazis oder brit. Kolonialherren sicher mächtig unter Druck gebracht (psychische Gewalt). Halte ich persönlich aber im Kontext des Pazifismus für durchaus vereinbar. Sonst hätte man ja gar keine Lenkungswirkung - als Pazifist.

Im Kriegsfall ist ziviler Ungehorsam wie ich finde als Pazifist (siehe Gandhi) ein Mittel, das verheerend für die Herrschenden sein kann. Eben auch lebensgefährlich.
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Re: Als Pazifist im Kriegsfall

Beitragvon zollagent » Do 2. Aug 2018, 09:31

Vor allem Letzteres. Da geht es nach dem Motto von Otto Lilienthal "Opfer müssen gebracht werden".
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Re: Als Pazifist im Kriegsfall

Beitragvon H2O » Do 2. Aug 2018, 09:58

zollagent hat geschrieben:(02 Aug 2018, 10:31)

Vor allem Letzteres. Da geht es nach dem Motto von Otto Lilienthal "Opfer müssen gebracht werden".


So lange man nicht selbst das Opfer sein soll!

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