Was ist die beste Religionskritik?

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Die beste(n) Formen der Religionskritik ist/sind meiner Meinung nach...

Psychoanalyse
2
4%
Bertrand Russel
1
2%
Logischer Empirismus
7
14%
Kritischer Rationalismus
7
14%
Existenzialismus
1
2%
Neomarxismus
2
4%
Agnostizismus
7
14%
Relativismus
1
2%
Eklktizismus
1
2%
Naturwissenschaftliches Weltbild
21
42%
 
Abstimmungen insgesamt: 50
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keinproblem
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon keinproblem » So 12. Aug 2018, 22:02

Misterfritz hat geschrieben:(12 Aug 2018, 22:57)

Was ist das denn für ein Gefasel?
Du kennst den Spruch: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte? Eben das funktioniert bei Karikaturen hervorragend.

Dein Geschwurbel zeigt, dass Worte - im Gegensatz zu Bildern - zur Vernebelung genutzt wird.

Klar, wenn du nicht auf Worte stehst solltest du dich vielleicht lieber mit einem BILD-Abonnement begnügen, statt hier mit einem vernebelnden Wortnutzer zu kommunizieren.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Misterfritz » So 12. Aug 2018, 22:04

keinproblem hat geschrieben:(12 Aug 2018, 23:02)

Klar, wenn du nicht auf Worte stehst solltest du dich vielleicht lieber mit einem BILD-Abonnement begnügen, statt hier mit einem vernebelnden Wortnutzer zu kommunizieren.
Das war zwar nett gedacht,
aber ich vernebele nicht mit meinen Worten, ich schreibe immer sehr klar - im Gegensatz zu Dir ;)
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keinproblem
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon keinproblem » So 12. Aug 2018, 22:07

Misterfritz hat geschrieben:(12 Aug 2018, 23:04)

Das war zwar nett gedacht,
aber ich vernebele nicht mit meinen Worten, ich schreibe immer sehr klar - im Gegensatz zu Dir ;)

Ob die Quantität jetzt für oder gegen die Qualität deiner Inhalte spricht, überlassen wir vielleicht lieber der subjektiven Auffassung.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Kritikaster » So 12. Aug 2018, 22:10

keinproblem hat geschrieben:(12 Aug 2018, 23:01)

[/color]
...unterscheidet?

Die Antwort kann keine Absolute sein, kein Schwarz oder Weiß. Wenn man es sich deswegen allerdings bequem macht und jede Satire als freie Meinung klassifiziert, kann man wortwörtlich jede Beleidigung unter ihrem Deckmantel verkaufen.

Unterlasse es bitte, Zitate zu verfälschen!
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Misterfritz » So 12. Aug 2018, 22:11

keinproblem hat geschrieben:(12 Aug 2018, 23:07)

Ob die Quantität jetzt für oder gegen die Qualität deiner Inhalte spricht, überlassen wir vielleicht lieber der subjektiven Auffassung.
Von welcher Quantität sprichst Du? Ich mache weniger Worte, als Du :p
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon keinproblem » So 12. Aug 2018, 22:15

Kritikaster hat geschrieben:(12 Aug 2018, 23:10)

Unterlasse es bitte, Zitate zu verfälschen!

Ein simples "du hast ein [/quote] vergessen, hätte es auch getan ;)
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon keinproblem » So 12. Aug 2018, 22:16

Misterfritz hat geschrieben:(12 Aug 2018, 23:11)

Von welcher Quantität sprichst Du? Ich mache weniger Worte, als Du :p

Ja, die Quantität ist nun mal eben höher, wenn man nur selten Beiträge postet die länger als zwei oder drei Zeilen sind.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Fuerst_48 » So 12. Aug 2018, 22:17

Misterfritz hat geschrieben:(12 Aug 2018, 23:04)

Das war zwar nett gedacht,
aber ich vernebele nicht mit meinen Worten, ich schreibe immer sehr klar - im Gegensatz zu Dir ;)

Klare Ansagen sind nicht jedermanns Sache.
(Meine beste Religionskritik : Leben und leben lassen ! )
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Ein Terraner » So 12. Aug 2018, 22:53

Die Religionskritik eines Sigmund Freuds.

https://www.deutschlandfunk.de/sigmund- ... _id=409485

https://www.welt.de/print-welt/article2 ... urose.html

Eine kindliche Menschheit auf dem Weg zum erwachsen werden.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Kritikaster » So 12. Aug 2018, 22:59

keinproblem hat geschrieben:(12 Aug 2018, 23:01)

Die Antwort kann keine Absolute sein, kein Schwarz oder Weiß. Wenn man es sich deswegen allerdings bequem macht und jede Satire als freie Meinung klassifiziert, kann man wortwörtlich jede Beleidigung unter ihrem Deckmantel verkaufen.

Es ist eben .... ja, zu Deinen Gunsten will ich mal sagen: Dein "Grundirrtum" anzunehmen, die satirisch überhöhte oder karikierende Darstellung religiöser Inhalte stelle objektiv eine Beleidigung dar. In der Abwägung unserer Verfassungswerte wirst Du mit diesem Argumentationsansatz nie durchdringen.

Was Du in Deinen eigenen 4 Wänden machst, ist selbstredend Deine Sache. Da kannst Du Meinungen und deren Darstellungsformen so weit unterdrücken, wie es sich die dort Anwesenden gefallen lassen. Die Annahme, die Gesellschaft als Ganzes habe sich den erkennbaren Bestrebungen religiöser Fundamentalisten - nicht allein islamischer! - zu beugen und sich deren freiheitsgefährdenden Auslegungen der in unserem Kulturraum gültigen Rechtsprinzipien zu unterwerfen, wäre allerdings eine fatale Fehleinschätzung.

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass Dich niemand zwingt, weder im Privaten noch in der Öffentlichkeit, Dich z.B. mit Mohammed-Karikaturen zu befassen, wenn Dich so etwas ärgert oder Du dir einbildest, durch so etwas Opfer einer Beleidigung werden zu können.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon keinproblem » So 12. Aug 2018, 23:08

Kritikaster hat geschrieben:(12 Aug 2018, 23:59)

Es ist eben .... ja, zu Deinen Gunsten will ich mal sagen: Dein "Grundirrtum" anzunehmen, die satirisch überhöhte oder karikierende Darstellung religiöser Inhalte stelle objektiv eine Beleidigung dar. In der Abwägung unserer Verfassungswerte wirst Du mit diesem Argumentationsansatz nie durchdringen.

Was Du in Deinen eigenen 4 Wänden machst, ist selbstredend Deine Sache. Da kannst Du Meinungen und deren Darstellungsformen so weit unterdrücken, wie es sich die dort Anwesenden gefallen lassen. Die Annahme, die Gesellschaft als Ganzes habe sich den erkennbaren Bestrebungen religiöser Fundamentalisten - nicht allein islamischer! - zu beugen und sich deren freiheitsgefährdenden Auslegungen der in unserem Kulturraum gültigen Rechtsprinzipien zu unterwerfen, wäre allerdings eine fatale Fehleinschätzung.

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass Dich niemand zwingt, weder im Privaten noch in der Öffentlichkeit, Dich z.B. mit Mohammed-Karikaturen zu befassen, wenn Dich so etwas ärgert oder Du dir einbildest, durch so etwas Opfer einer Beleidigung werden zu können.


Danke, dass du so eloquent meiner Frage aus dem Weg gegangen bist. Ich hoffe, dass es dich nicht stört, wenn ich einfach fortfahre und du mir konkret sagen kannst, was du anders siehst.

Beleidigung ist ein dehnbarer (und missbrauchbarer) Begriff. Ich kann in meiner Satire jedoch auch zehn Minuten lang aussagen, dass Muslime gerne Geschlechtsverkehr mit Ziegen haben und dann behaupten, dass ist eine freie Meinungsäußerung und jeder Versuch es verunglimpfende Beleidigung zu nennen, wäre ein Missbrauch des Wortes und ein Verhalten, dass sich aus einer tiefen Aversion gegenüber dem Grundgesetz äußert.
Kannst du mir soweit erst einmal folgen?
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Kritikaster » So 12. Aug 2018, 23:39

keinproblem hat geschrieben:(13 Aug 2018, 00:08)

Danke, dass du so eloquent meiner Frage aus dem Weg gegangen bist. Ich hoffe, dass es dich nicht stört, wenn ich einfach fortfahre und du mir konkret sagen kannst, was du anders siehst.

Beleidigung ist ein dehnbarer (und missbrauchbarer) Begriff. Ich kann in meiner Satire jedoch auch zehn Minuten lang aussagen, dass Muslime gerne Geschlechtsverkehr mit Ziegen haben und dann behaupten, dass ist eine freie Meinungsäußerung und jeder Versuch es verunglimpfende Beleidigung zu nennen, wäre ein Missbrauch des Wortes und ein Verhalten, dass sich aus einer tiefen Aversion gegenüber dem Grundgesetz äußert.
Kannst du mir soweit erst einmal folgen?

[Ironie]Ich folge Dir nicht, ich gehe Dir einmal mehr voran! Also bewege Dich bitte auch weiterhin mindestens 2 Schritte hinter mir. Das Konzept sollte Dir eigentlich vertraut sein. ;) (Uups! War das jetzt irgendwie beleidigend? :? )[/Ironie]

Angesichts der in diesem Strang bereits wiederholt genannten, konkreten Beispiele für real existierende satirische, persiflierende oder karikierende Ausdrucksformen der Religionskritik besteht keinerlei Veranlassung, sich eingehender über imaginäre Fälle zu unterhalten. Damit würde allein eine Ablenkung von der Lebensrealität erreicht.

Sollte Deine Frage darauf abgezielt haben, ob jede getätigte Äußerung als Satire durchgeht, so verweise ich auf die in unserer Gesellschaft gegebene Möglichkeit, dies im Zweifel durch Gerichte prüfen zu lassen, die das, anders als in vielen anderen Teilen der Welt üblich, unabhängig von der Einflußnahme politischer oder religiöser Kräfte beurteilen und entscheiden.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon MäckIntaier » Mo 13. Aug 2018, 08:24

Ein Terraner hat geschrieben:(06 Jul 2018, 15:01)

Es geht von jeder Religion Gefahr aus, schau doch nur mal nach Amerika.


Ihre Hypothese wäre gegebenenfalls empirisch noch zu belegen. Insbesondere müsste hierbei herausgearbeitet werden, inwiefern und aus welchen Gründen das Gefahrenpotenzial religiös unterlegter Idee dasjenige nicht-religiöser Idee überschreitet. Nach Klärung dieser Frage, auch unter Berücksichtigung gewisser menschlicher Konstanten wie Aggression und einiger anderer, müsste in einem nächsten Schritt geklärt werden, welcher Typ Religion für wen eine Gefahr darstellt. Denn bekanntlich waren auch die Indianer Nordamerikas religiös, aber das Gefahrenpotenzial dort schien an dasjenige der Christen nicht heranzureichen.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 13. Aug 2018, 08:48

MäckIntaier hat geschrieben:(13 Aug 2018, 09:24)

Ihre Hypothese wäre gegebenenfalls empirisch noch zu belegen. Insbesondere müsste hierbei herausgearbeitet werden, inwiefern und aus welchen Gründen das Gefahrenpotenzial religiös unterlegter Idee dasjenige nicht-religiöser Idee überschreitet. Nach Klärung dieser Frage, auch unter Berücksichtigung gewisser menschlicher Konstanten wie Aggression und einiger anderer, müsste in einem nächsten Schritt geklärt werden, welcher Typ Religion für wen eine Gefahr darstellt.

Welcher Typ ? Der Typ ist egal sowohl Geschichtlich als auch Inhaltlich, sobald deren Vertreter eine gewisse Machtkonzentration erreichen läuft es immer gleich. Du kannst dich ja mal über den ach so friedlichen tibetanischen Buddhismus schlau machen.

Denn bekanntlich waren auch die Indianer Nordamerikas religiös, aber das Gefahrenpotenzial dort schien an dasjenige der Christen nicht heranzureichen.

Die Indianer Nordamerikas waren ja auch technologisch gnadenlos unterlegen.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon MäckIntaier » Mo 13. Aug 2018, 09:17

Ein Terraner hat geschrieben:(13 Aug 2018, 09:48)

Welcher Typ ? Der Typ ist egal sowohl Geschichtlich als auch Inhaltlich, sobald deren Vertreter eine gewisse Machtkonzentration erreichen läuft es immer gleich. Du kannst dich ja mal über den ach so friedlichen tibetanischen Buddhismus schlau machen.


Die Geschichte des tibetanischen Buddhismus ist mir bekannt (zum Beispiel Michael von Brück: Religion und Politik in Tibet, empfehlenswert). Aber der Verweis auf den Buddhismus Tibets beantwortet die Frage nicht, inwiefern religiös unterlegte Ideen ein größeres Gefahrenpotenzial bergen sollten als nicht-religiöse. Den Konzentrationslagern, Gulags sowie Arbeits- und Umerziehungslagern des 20. Jahrhunderts sowie den großen Kriegen lagen eindeutig säkulare Ideen zugrunde, kommen also weder geschichtlich noch inhaltlich als religiös konnotiert in Betracht. Ebenso unbeantwortet bleibt, welcher Typus gefährlicher als der andere wäre oder welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um eine Religion pauschal als eine Gefahr darzustellen. Verkürzt gefragt: Macht Atheismus den Menschen gut? Besser? Tugendhafter? Moralischer? Friedlicher? Falls ja: weshalb, also woran gemessen? Es muss ja eine Art objektiver Maßstab existieren, an dem das jeweils festgemacht werden könnte. Oder könnte Ihre Hypothese grundsätzlich für alle institutionalisierten Ideen gleichermaßen gelten?
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 13. Aug 2018, 09:34

MäckIntaier hat geschrieben:(13 Aug 2018, 10:17)

Den Konzentrationslagern, Gulags sowie Arbeits- und Umerziehungslagern des 20. Jahrhunderts sowie den großen Kriegen lagen eindeutig säkulare Ideen zugrunde, kommen also weder geschichtlich noch inhaltlich als religiös konnotiert in Betracht.


Und der nächste der mit dem atheistischen 3. Reich ankommt, die Judenvernichtung hatte sehr wohl eine bedeutende religiöse Komponente.


Ebenso unbeantwortet bleibt, welcher Typus gefährlicher als der andere wäre oder welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um eine Religion pauschal als eine Gefahr darzustellen. Verkürzt gefragt: Macht Atheismus den Menschen gut? Besser? Tugendhafter? Moralischer? Friedlicher? Falls ja: weshalb, also woran gemessen? Es muss ja eine Art objektiver Maßstab existieren, an dem das jeweils festgemacht werden könnte. Oder könnte das grundsätzlich für alle institutionalisierten Ideen gleichermaßen gelten?


Jede Ideologie birgt ein gewisses Gefahrenpotential, allerdings hat Religion nun mal noch den Überirdischen göttlichen Faktor aus dem sie ihre Legitimation zieht und das lässt sich nicht wegdiskutieren. Und es geht hier nun mal um Religionen, da hilft dir ein "die anderen machen das aber auch" auch nicht weiter.

Und zum Thema ob Atheismus einen besseren Menschen macht, bestimmt nicht. Aber ebenso wenig macht religiös definierte Moral von Gut und Böse einen Menschen irgendwie besser, es schränkt ihn höchstens in seinen Entscheidungen ein.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon MäckIntaier » Mo 13. Aug 2018, 09:50

Ein Terraner hat geschrieben:(13 Aug 2018, 10:34)


Und zum Thema ob Atheismus einen besseren Menschen macht, bestimmt nicht. Aber ebenso wenig macht religiös definierte Moral von Gut und Böse einen Menschen irgendwie besser, es schränkt ihn höchstens in seinen Entscheidungen ein.

Es stünde also über allem ein gewisser anthropologischer Pessimismus, und das Empirische wäre schwierig, weil man doch stark kontrafaktisch an die Sache herangehen muss.

Zur Korrektur: Dass das Konzentrationslager den säkularen Ideen zugeordnet ist, lässt nicht die Schlussfolgerung zu, es wäre "das 3. Reich" atheistisch. Vermutlich lassen sich innerhalb eines kulturellen Horizontes solche sauberen Trennungen in der Gesamtbetrachtung gar nicht machen. Doch in der Summe, allen Fragen des Erbes zum Trotz, war eher "der Volkskörper" und nicht ein höheres Wesen das transzendente Moment des Gesamtkomplexes Nationalsozialismus.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 13. Aug 2018, 09:57

MäckIntaier hat geschrieben:(13 Aug 2018, 10:50)

Es stünde also über allem ein gewisser anthropologischer Pessimismus, und das Empirische wäre schwierig, weil man doch stark kontrafaktisch an die Sache herangehen muss.

Nein, dazu reichen schlicht historische Fakten.

Zur Korrektur: Dass das Konzentrationslager den säkularen Ideen zugeordnet ist, lässt nicht die Schlussfolgerung zu, es wäre "das 3. Reich" atheistisch. Vermutlich lassen sich innerhalb eines kulturellen Horizontes solche sauberen Trennungen in der Gesamtbetrachtung gar nicht machen. Doch in der Summe, allen Fragen des Erbes zum Trotz, war eher "der Volkskörper" und nicht ein höheres Wesen das transzendente Moment des Gesamtkomplexes Nationalsozialismus.


Dann jetzt mal Tacheles, was war denn so säkular an den Idee von Konzentrationslagern?
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon keinproblem » Mo 13. Aug 2018, 10:03

Kritikaster hat geschrieben:(13 Aug 2018, 00:39)

[Ironie]Ich folge Dir nicht, ich gehe Dir einmal mehr voran! Also bewege Dich bitte auch weiterhin mindestens 2 Schritte hinter mir. Das Konzept sollte Dir eigentlich vertraut sein. ;) (Uups! War das jetzt irgendwie beleidigend? :? )[/Ironie]

Angesichts der in diesem Strang bereits wiederholt genannten, konkreten Beispiele für real existierende satirische, persiflierende oder karikierende Ausdrucksformen der Religionskritik besteht keinerlei Veranlassung, sich eingehender über imaginäre Fälle zu unterhalten. Damit würde allein eine Ablenkung von der Lebensrealität erreicht.

Wiederholt genannten konkreten Beispiele? Ich guck mir jetzt bestimmt nicht Leben des Brian an, um mit einem Gesprächspartner weiter zu diskutieren dem mehr an ad hominem gelegen ist als an Sachargumenten.

Sollte Deine Frage darauf abgezielt haben, ob jede getätigte Äußerung als Satire durchgeht, so verweise ich auf die in unserer Gesellschaft gegebene Möglichkeit, dies im Zweifel durch Gerichte prüfen zu lassen, die das, anders als in vielen anderen Teilen der Welt üblich, unabhängig von der Einflußnahme politischer oder religiöser Kräfte beurteilen und entscheiden.

Und ich soll dir jetzt ernsthaft abkaufen, dass du dachtest ich würde nicht wissen, dass man das auch gerichtlich klären lassen kann :rolleyes:
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon MäckIntaier » Mo 13. Aug 2018, 10:55

Ein Terraner hat geschrieben:(13 Aug 2018, 10:57)


Dann jetzt mal Tacheles, was war denn so säkular an den Idee von Konzentrationslagern?


Es stand da bereits: Der Nationalsozialismus war seiner Idee nach nicht auf Gott oder ein Jenseits bezogen, sondern auf Volk, Gemeinschaft, Rasse usw. Der nicht-religiöse Bezugspunkt gilt auch für die ebenfalls genannten Gulags, Umerziehungslager etc. denen ebenfalls keine religiöse Idee zugrunde lag. Ansätze, die den Kommunismus analog zur Religion als eine heilsgeschichtliche Idee betrachten, haben sich in der Geschichtsschreibung nicht durchgesetzt, auch wenn sich vielleicht ideengeschichtlich Parallelen finden ließen.

Aber noch einmal die Frage: Weshalb birgt Religion ein Gefahrenpotenzial, das über dasjenige nicht-religiöser Ideen hinausgehen sollte? Der Verweis auf "Geschichte" ist doch sehr allgemein gehalten, Sie müssten ja angeben können, welche Gefahr sich ganz speziell aus dem religiösen Inhalt ergibt und anschließend die Gemeinsamkeit herausarbeiten, die für eine Naturreligion in Afrika oder Südamerika ebenso typisch ist wie für den Buddhismus in Asien oder das Christentum in Europa.
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